Auch Kindergärten und Schulen können sich in Niederösterreich mit der „Natur im Garten“ Plakette auszeichnen lassen – in „Natur im Garten“ Gemeinden sogar kostenlos. Die Initiative trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit in naturnah gestalteten Freiräumen verbringen können, die als Lern- und Erlebnisorte ihre physische, mentale und soziale Entwicklung fördern sowie für Umwelt-, Klima- und Artenschutz sensibilisieren.
In Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel Zeit in pädagogischen Einrichtungen verbringen, kommt deren Freiflächen eine besonders hohe Bedeutung zu. Ein naturnaher und abwechslungsreich gestalteter Außenraum bietet nicht nur Raum für Bewegung, Sinneseindrücke und Erholung, sondern fördert auch soziale Interaktion und handlungsorientiertes Lernen. Er eignet sich optimal für offene Lernformen und bereichert den Unterricht über den Biologie- und Sachunterricht hinaus. In der frühkindlichen Erziehung ist ein Naturgarten ein besonders wichtiger Lernraum, um die Umwelt mit allen Sinnen zu begreifen.
Naturnah ist ein Schul- oder Kindergarten-Garten dann, wenn er ökologisch bewirtschaftet und gestaltet ist. Naturgartenelemente und heimische Pflanzenarten, unversiegelte Flächen und nützlingsfreundliche Strukturen müssen vorhanden sein. Darüber hinaus soll der Garten vielfältige Möglichkeiten für Forschen, Entdecken und Gärtnern sowie kindliches Naturerlebnis bieten und das Lernen im Freien unterstützen. Erfüllt der Garten die wichtigsten Kriterien, können sich Schulen und Kindergärten mit der „Natur im Garten“ Plakette auszeichnen lassen – die Kernkriterien sind auch hierbei der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie Torf. Die Plakette wird persönlich übergeben, kann auf den Gartenzaun montiert werden und ist damit auch ein wirkvolles Zeichen nach außen.
Eine Einrichtung, die diese Kriterien vorbildhaft erfüllt, ist die ÖKO-Mittelschule Pöchlarn – sie wurde dieser Tage als „Natur im Garten“ Schule ausgezeichnet. Äpfel aus dem Schulgarten werden von den Schülerinnen und Schülern gerne in den Pausen genascht oder im Lehrerkollegium verteilt. Ergänzt wird das vielfältige Obstangebot durch Zwetschgenbäume und eine Naschhecke mit Himbeeren. Die vor einigen Jahren im Unterricht angelegten Hochbeete sind mit Gemüse und Kräutern bepflanzt und werden von jenen Schülerinnen und Schülern betreut, die den ÖKO-Schwerpunkt gewählt haben. Darüber hinaus überzeugt der Schulgarten mit einem artenreichen Bestand an Bäumen und Sträuchern, zwei Sitzbereichen für den Unterricht im Freien sowie einem hohen Anteil unversiegelter Flächen.
Am Foto: Sandra Timpel, Michaela Wölfel, Direktorin Monika Winkler, Petra Scheer, Elisabeth Schadner, Stefanie Weber („Natur im Garten“), Christian Buchreiter, Schülerin Lena Frahmann, Lisa Wippel-Fasching, Elke Simek-Vallaster, Schülerin Büsra Eralp, Fabian Amstler und Schulsprecherin Rüya Camur